
Im Hungerwinter 1946 kurz vor Weihnachten passieren mehrere Morde in Berlin. Kommissar König wird mit der Aufklärung der Fälle beauftragt. Im Rahmen seiner Ermittlungen kreuzt er immer wieder die Wege von Lou, einer Fotografin, die auch die erste Leiche gefunden hat.
Neben der Lösung des Falles geht es in dem Buch auch um die Menschen, die im Berlin des Dezembers 1946 leben, allen Voran die beiden Protagonisten des Buches, Lou & König. Es geht um Hunger und Kälte, aber auch um Schuldgefühle, das Verdrängen und (Nicht-) Vergessen dessen, was passiert ist.
Die Autorin Anne Stern wurde in Berlin geboren und ist promovierte Germanistin und Historikerin. Sie schildert die Lebensumstände der Menschen 1946 so plastisch und nachvollziehbar, dass man als Leserin in die Welt des Berlins im Dezember 1946 eintaucht. Hunger und Kälte, Hoffnung und Ungerechtigkeiten, Nachwirkungen der Vergangenheit und das Leben in Armut, all das konnte ich nachempfinden.
Das Buch ist viel mehr als ein Krimi: Es ist eine Milieustudie der Zeit und der Auftakt einer neuen (Krimi-) Romanreihe.
Absolut lesenswert!
Das Buch ist in der Stadtbibliothek Syke vorhanden.
