
Für alle, die feinste britische Satire mögen: Ein mysteriöses Ereignis in den 1960er Jahren hat Kaninchen in sprechende, intelligente Wesen verwandelt. Immer noch vermehren sie sich rasant; anstatt einer Integration in die Gesellschaft erfahren sie Diskriminierung, Überwachung, zuweilen auch Hass. Es droht ihnen die Zwangsübersiedelung nach Wales in einen von der Regierung kontrollierten Kaninchenbau, wo sie streng abgeschottet von der Außenwelt, für niedrige Löhne arbeiten müssen.
Im kleinen Dorf Much Hemlock nahe der walischen Grenze lebt der eher zurückhaltende Peter Knox, der Ich-Erzähler in diesem Roman. Als nebenan eine Kaninchenfamilie einzieht, wird er gezwungen, Stellung zu beziehen. Peter Knox ist offiziell Buchhalter, arbeitet aber in Wirklichkeit bei der Rabbit Compliance Taskforce; er identifiziert Kaninchen und ist damit Teil eines gigantischen, rassistischen Überwachungssystems. Vor kurzem hat er eine Kaninchendame wiedererkannt, die seine Jugendliebe war, daher muss Peter Knox sich entscheiden, weiterzumachen wie bisher und damit das System zu unterstützen oder in den Widerstand zu gehen.
In Europa gewinnen überall rechtspopulistische Parteien an Einfluss. „Dabei wird Hetze gegen Minderheiten zunehmend salonfähig, und ausgrenzende Rhetorik nimmt zu. An diesem Punkt setzt Wie die Karnickel an: Mit einer satirischen und zugleich phantastischen Prämisse zeigt das Buch auf, wohin es führt, wenn Vorurteile und Angst vor dem „Fremden“ zur politischen Realität werden. Kaninchen als diskriminierte Minderheit mögen auf den ersten Blick absurd wirken und doch trifft Jasper Fforde genau damit einen Punkt und hält der westlichen Gesellschaft den Spiegel vor.“ (Jessica Albert 3.10.2025 in Freizeithelden/ bitte anklicken)
Obwohl allzu Phantastisches beim Lesen nicht unbedingt mein bevorzugtes Genre ist, hat mir dieser Roman, der voller Witz, skurrilem Humor und dabei noch warmherzig ist, sehr gefallen.
Das Buch ist nicht im Bestand der Stadtbibliothek, jedoch in der Onleihe vorhanden.
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Hartmut Kasper schreibt für den Deutschlandfunk (bitte anklicken): Fforde hat seine Alternativwelt detailsatt ausgestattet und smart durchdacht, der Spannungsbogen ist wendungsreich gebaut. Am Ende erlebt man den einen oder anderen Ausbruch Tarantino`scher Gewalt und ein absolut verblüffendes Finale.
