Chloe Dalton – Hase und ich

Die britische Autorin Chloe Dalton ist eigentlich politische Beraterin und Expertin für Außenpolitik. Während der Pandemie zieht sie sich in ihr Cottage auf dem Land zurück, wo sie eines Tages einen gerade geborenen, verwaisten Junghasen findet, nicht größer als ihre Handfläche. Nach längerem Zögern beschließt sie, den Hasen aufzuziehen, um ihn auf die Rückkehr in die Wildnis vorzubereiten. Bewusst gibt sie ihm (wie sich später herausstellt, ist es eine Häsin) keinen Namen und nennt ihn nur „Hase“. Das Tier ist weder zahm noch lässt es sich streicheln – es bleibt zu seinen eigenen Bedingungen. 

Die Autorin päppelt die kleine Häsin mit der Flasche (Milchersatz für Katzen) auf und gibt ihr nur das Allernötigste an Zuwendung. Nach und nach richtet Chloe Dalton ihren gesamten Tagesablauf nach dem Tier aus, dabei kann dieses frei entscheiden, ob es bleibt oder nicht. Immer tiefer taucht Chloe Dalton in das Wissen über Feldhasen ein und vermittelt dies auch dem/ der Leser/in. Detailliert und äußerst genau beobachtet sie jede kleinste Veränderung im Verhalten der Häsin. Diese wird später trächtig und bringt im Garten des Hauses und auch im Haus Junge zur Welt, ein Zeichen absoluten Vertrauens.

Der Text selbst enthält viele Naturbeschreibungen, wirkt aber nie kitschig und romantisiert nicht. Dass die Autorin über ein Wildtier schreibt, ist auf jeder Seite spürbar. Dabei wirft sie auch Fragen zur Ethik auf, z.B. reflektiert sie immer wieder, ob sie noch Fürsorge betreibt oder ihr eigenes Verhalten übergriffig wird.

Die Autorin hat einen sehr klaren Schreibstil, ich habe mich bei diesem eher „ruhigen“ Buch beim Lesen nie gelangweilt. Am Ende steht ein Appell zum Nachdenken, wie wir Menschen mit der Natur um uns herum umgehen.

Das Buch ist über die Onleihe ausleihbar.

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Im Deutschlandfunk schreibt Kim Kindermann: “Die Geschichte von Chloe Dalton und dem Hasen ist herzerwärmend berührend, traumwandlerisch gut geschrieben und eines der besten erzählenden Sachbücher des Jahres: Wildnis bekommt eine neue Bedeutung.” 

Thomas Böhm interviewt Chloe Dalton im rbb; sie sprechen über das Buch.