Anne Stern – Drei Tage im August

Elfie ist die Hauptfigur des Romans. Sie ist die Prokuristin der Chocolaterie Sawade, die ihre Räumlichkeiten Unter den Linden in Berlin hat.

Das Buch spielt, wie der Titel schon andeutet, an drei Tagen im August des Jahres 1936 zur Zeit der Olympischen Spiele in Berlin. Es zeigt eine Momentaufnahme von Menschen, die Unter den Linden arbeiten, wohnen oder einkaufen. Alle spüren sie, dass die Zeiten sich geändert haben. Berlin ist nicht mehr so weltoffen, wie es vor 1933 einmal war.

Da sind der jüdische Buchhändler, der seinen Buchladen liebt, die alte Dame, die Elfie von einer verbotenen Liebe berichtet, die Angestellte in der Chocolaterie, die dem Buchhändler helfen möchte und der Museumswärter im Kronprinzenpalais, der die verbotenen Kunstschätze täglich im Heizungskeller besucht, um nur einige zu nennen.

Elfie aber ist der Mittelpunkt der Erzählung. Sie ist eine besondere Frau, pflichtbewusst und akkurat. Sie lebt ihr Leben in Routinen, um ihrer Schwermut zu begegnen, die sie immer wieder heimsucht. Durch ihre Treffen mit der alten Dame, Madame Conte, fängt sie an, sich dem Leben mehr zu öffnen, ganz klein und sacht.

Es ist ein ruhiger Roman, der dem Leser einen kleinen Einblick in das damalige Leben, in das Leben von Menschen und deren Sorgen, Ängste, Träume und Hoffnungen, gewährt. Und da es nur um drei Tage geht, bleibt am Ende vieles offen.

Anne Stern ist Historikerin und promovierte Germanistin. So verwundert es auch nicht, dass es die Chocolaterie Sawade wirklich gibt. Heute befindet sie sich in Berlin-Reinickendorf.


Das Buch ist in der Stadtbibliothek Syke und in der Onleihe verfügbar.