
Dieser Roman (im Verlag Eichborn erschienen) befasst sich mit dem Leben von Hannah Arendt (1906-1975).
Es ist der Roman einer großen Lebensreise von Königsberg über Berlin, Paris und New York nach Jerusalem und auch immer wieder ins sommerliche Tegna/Tessin.
Im Sommer 1975 reist Hannah Arendt ein letztes Mal von New York nach Tegna. Von dort gehen ihre Gedanken zurück nach Berlin und Paris, nach Marseille und in die USA der 1940er Jahre, nach Jerusalem und Rom.
Mit diesen Erinnerungen wird auch der Eichmann-Prozess von 1961 wieder präsent, zu dem sie als Journalistin sehr objektiv berichtet hat und wo sie von der „Banalität des Bösen“ geschrieben hat in ihrem Buch „Eichmann in Jerusalem“, was bekanntlich zu heftigen Kontroversen führte zu einem Preis, über den sie öffentlich nie gesprochen hat.
Dies Buch lässt Hannah Arendt lebendig werden auch im privaten Bereich, in ihrem Unabhängigkeitsdrang, mit Scharfsinn und Witz. Wir erfahren von ihrem Umgang mit dem Philosophen Karl Jaspers in Basel, von ihrem Doktorvater Martin Heidegger in Zürich, sie trifft sich mit Ingeborg Bachmann in Rom und von anderen Zeitgrößen.
Die Autorin Hildegard Keller ist Professorin für Literatur an der Universität Zürich und schreibt in einem gut lesbaren Erzählton mit profunder Kenntnis einer starken, dennoch verletzlichen Frau, die ihre Freiheit über alles schätzte, gerade auch die Freiheit des logisch persönlichen Denkens und Schreibens als Journalistin.
