
Der Roman ist eine gesellschaftskritische und politische Satire: Als Reaktion auf die Einmischung des Bundeskanzlers in die Politik Botswanas hat die Regierung des afrikanischen Landes 20.000 Elefanten nach Deutschland geschickt. Der Präsident von Botswana will sich nicht mehr vorschreiben lassen, wie sein Staat mit dem Arten- und Umweltschutz umgehen soll, denn dort herrscht eine Überpopulation von Elefanten. Nun muss Deutschland selbst damit zurechtkommen, dass Horden der Dickhäuter durch das Land streifen, täglich 2000 Tonnen Elefantenkot hinterlassen, die Landschaft kahlfressen und überall Verkehrsprobleme verursachen.
Auch die Müllabfuhr ist hoffnungslos überfordert. Schon bald kippt die Stimmung von „wir schaffen das“ zu Wut über vermeintliche Einschränkungen und Ungerechtigkeiten bei der Verteilung der Elefanten. Die absurde Situation entwickelt sich zum politischen Albtraum. Der Roman zeigt Parallelen zur aktuellen politischen Situation auf: Ein konservativer Kanzler, eine rechts gerichtete Partei als zweitstärkste Kraft, die die Stimmung für sich nutzen will… Und dann gibt es noch eine Ministerin, die trotz ihrer Kompetenz als „Bauernopfer“ instrumentalisiert wird…
Es geht im Roman um Macht, um Doppelmoral, um das überhebliche Auftreten westlicher Staaten gegenüber ehemaligen Kolonien und um die Unfähigkeit der Politik, eine langfristige Veränderung zu bewirken.
Es gelingt der Autorin (und auch der hervorragenden Übersetzerin) mit viel Wortwitz, eine ganz besondere, absurde Geschichte zu erzählen, die u.a. auch zum Nachdenken mit unserem Umgang mit geflüchteten Menschen anregt (denn für diese könnten die Elefanten stehen).
Das Buch ist sowohl im Bestand der Stadt Bibliothek als auch in der Onleihe vorhanden.
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Im WDR schreibt der Literarurkritiker Denis Scheck:
“Das Geschenk” ist eine fulminante Leseerfahrung, satirisch und sehr vergnüglich.
Anne-Dore Krohn rezensiert für den rbb: “Gaea Schoeters knüpft thematisch mit dem Roman “Das Geschenk” an ihren Bestseller “Trophäe” von 2024 an. Wieder wirft sie kluge Fragen des Postkolonialismus auf, des Klimawandels, Artenschutzes und der Verantwortung und Bevormundung anderer Staaten.”
