Sophie Morton-Thomas – Das Nest

empfohlen von Wolfgang Hunze u. Kerstin Nowak

Fran lebt mit ihrer kleinen Familie im Marschland Englands in einem abgelegenen Küstenort, wo sie eine Wohnwagensiedlung betreibt. Das tägliche Einerlei des Lebens hat Fran zermürbt. Hinzu kommen Probleme ihres Sohnes Bruno in der Schule. Fran hat sich schon lange in die Welt der Vögel zurückgezogen und beobachtet diese mit dem Fernglas draußen im Marschland, wann immer es möglich ist.

Dann lassen sich gegenüber Roma nieder. Diese beobachten Fran und ihre Familie sowie die anderen Gäste der Wohnwagensiedlung sehr genau. Auch Fran und ihr Mann behalten die neuen Nachbarn im Auge, mit denen sich Bruno inzwischen angefreundet hat. Plötzlich verschwindet Brunos Lehrerin. Hat Frans Schwager Ellis etwas damit zu tun? Geheimnisse werden enthüllt, die eigentlich tief verborgen waren.

Ganz langsam entwickelt sich dieser “Krimi der leisen Töne” zu einem Familiendrama, der ein völlig unerwartetes Ende bereithält. Er ist sehr unspektakulär, anfangs fast ein wenig langatmig und nimmt erst am Ende “Fahrt auf”. Vorher ist für die/ den Lesende(n) ständig etwas Unbehagliches zu spüren, das jedoch nie greifbar ist. Für uns ist dies ein Roman, der sich wohltuend von anderen “blutrünstigen” Krimis abhebt.

Das Buch ist demnächst im Bestand der Stadtbibliothek vorhanden, aber bisher nicht in der Onleihe ausleihbar.